Wieland Einspeisesteckdose – was muss man wissen

Ein Wieland Stecker ist speziell dafür konzipiert, die Verbindung von einer Solaranlage in das Hausstromnetz sicherzustellen. Er sieht anders aus als ein herkömmlicher Schuko-Stecker, denn er hat verborgene Kontakte, die man auch bei Unachtsamkeit nicht berühren kann. Das schafft Sicherheit im Umgang mit dem Solarstrom. Der Stecker bzw. Wechselrichter ist so aufgebaut, dass nach Trennung vom Netz die Spannung innerhalb von 0,4 Sekunden abfällt auf einen Wert von 34 V. Er entspricht verschiedenen Normen, die die Netzbetreiber gern auf alle Anlagen der Stromerzeugung ausweiten wollen. Generell gibt es aber noch keine Bestimmung, die explizit die Verwendung der Wieland Einspeisesteckdose an den Solaranlagen erfordert. Der Betrieb mit einer Schuko-Steck-Verbindung ist erlaubt und absolut zulässig.

Vorteile der Wieland Einspeisesteckdose

Die Wieland Einspeisesteckdose wird von einem Elektriker montiert und das Hausnetzwerk entsprechend angepasst. Das kann auch den Austausch einer Sicherung bedeuten, die eventuell für den Betrieb des Solarkraftwerks zu niedrig konzipiert ist. Die Montage vom Fachmann schafft also Sicherheit, auch bezüglich einer eventuellen Überlastung des Hausnetzwerkes.

Die Wieland Steckdose ist ein Berührungsschutz, der mit versteckten Kontakten arbeitet. Selbst wenn man den Stecker wieder abziehen will nach Herstellung der Verbindung, ist das nicht ohne Weiteres möglich. Man benötigt einen Schraubenzieher für das Lösen des Kontaktes. Der spezielle Verschluss sorgt für sicheres Einrasten und erschwertes Lösen der Stecker, was auch als Kindersicherung eine sehr zuverlässige Strategie ist. Man kann nicht aus Versehen die Kontakte berühren.

Was sind die Unterschiede zwischen dem Einsatz der Schuko-Steckdose und dem Einsatz der Wieland Steckdose?

Wieland Einspeisesteckdose ist sicherer als Schuko
Wieland Einspeisesteckdose ist sicherer als Schuko

Die Schuko-Steckdose ist in jedem Haushalt bereits vorhanden. Man muss bei der Nutzung der Steckdose keine neuen Verbindungen installieren lassen. Die Solaranlage ist sofort einsatzbereit. Wenn man den Wieland Stecker verwenden will, muss man einen Elektriker bestellen, der die Installation der Steckdose ausführen wird. Die Buchung eines Termins beim Elektriker kann sich aber hinziehen. Dieser recht geringe Auftrag ist wenig lukrativ für den Handwerker.
Die Sicherheit der Wieland Steckdose ist höher einzuschätzen. Auf der anderen Seite gab es aber auch noch keinen Unfall bei den deutschen Nutzern der Solaranlagen, die einen Schuko-Stecker benutzen.
Die Wieland-Steckdose bietet einen guten Kinderschutz.
Die Installation der Wieland Steckdose muss ein Fachmann erledigen. Dies verursacht nicht unerhebliche Kosten.

Kosten für die Wieland Steckdose

Die Kosten für die Wieland Steckdose setzen sich zum einen aus den Materialkosten zusammen und zum anderen aus den Installationskosten. Ein Set mit der Dose, Stecker und Kabel kostet schon circa 50 Euro aufwärts. Die Dose allein liegt bei etwa 25 Euro. Wenn man die Installation dann auf ungefähr 80 Euro berechnet, dann können schon ca. 130 Euro anfallen für die Bereitstellung des kompletten Anschlusses für die Solaranlage. Man sollte sich auf jeden Fall einen Kostenvoranschlag machen lassen.

Aufwand der Montage

Der Aufwand der Montage hält sich in Grenzen. Je nach örtlichen Gegebenheiten kann man mit einer einfachen Aufputzinstallation und dem Verlegen von Kabeln den Anschluss erfolgreich realisieren.

Sicherheit der Wieland Einspeisesteckdose

Die Sicherheit wird mit einer Wieland Steckdose erhöht. Es besteht ein guter Berührungsschutz.

Sicheres Einrasten und einfaches Lösen

Wieland Steckdose mit Sicherung
Wieland Steckdose mit Sicherung

Die Besonderheit der Wieland Steckdose ist der sichere Mechanismus. Der Stecker rastet sicher ein und wird mit einem Schlitzschraubendreher wieder gelöst. Man benötigt unbedingt das Werkzeug für ein Entfernen des Steckers aus der Dose.

Besonderheiten Wieland-auf-Schuko-Adapter

Mit einem Adapter kann man eine zwischenzeitliche Lösung für den Anschluss des Solarkraftwerkes finden. Es ist aber nur eine vorübergehende Lösung und sollte keine Dauerinstallation sein. Man kann bis zum Termin mit dem Elektriker eventuell die Anlage so betreiben. Der Adapter ist ein dreipoliges Außenkabel mit je einer Wieland Verbindung und einer Schuko-Verbindung. Man kann damit schnell auf Wieland seine Anlage anschließen, hat aber die Sicherheit wie bei einem Original Wielandsystem nicht gewährleistet.

Oft gestellte Fragen zur Wieland Einspeisesteckdose

Ist die Wieland Einspeisesteckdose wasserfest?

Die Wieland Einspeisesteckdose ist für den Außenbereich entworfen. Sie ist witterungsbeständig. Das muss nicht heißen, dass man sie unter Wasser nutzen kann, aber vor Spritzwasser ist sie geschützt.

Darf ich die Wieland Einspeisesteckdose selbst installieren?

Nein, dazu ist ein anerkannter Fachmann zu beauftragen. Es ist eine Veränderung an der Hausinstallation, die vom Fachmann geprüft werden muss.

Darf Balkonsolar ohne Wieland Einspeisesteckdose betrieben werden?

Kabel für Wieland Einspeisedose
Kabel für Wieland Einspeisedose

Man kann ohne Weiteres eine einfache Schuko-Steckdose für seine Steckdosensolaranlage mit 600 Watt nutzen. Es gibt zwar vom VDE entworfene Normen für den Betrieb der Solaranlagen, aber man darf nicht vergessen, dass der VDE nur ein Verein ist und keine gesetzgebende Funktion innehat. Die Verwendung der Wieland Einspeisesteckdose kann man aus Sicherheitsgründen betreiben, aber man muss es nicht. Die Prüfung des Hausstromnetzes durch den Fachmann und eine Anpassung an Sicherungsleistungen ist positiv, muss aber nicht zwingend erfolgen.

Kann ich meine Solaranlage wirklich nach dem Plug and Play Versprechen betreiben?

Man kann die Solaranlage einfach mit einem Schukostecker anschließen und sie in Betrieb nehmen. Die Gefahr bei einem solchen Vorgehen ist, dass bei einem billigen Plastikstecker eventuell ein Dauerfunken zwischen den Kontakten entsteht und einen Brand auslösen kann. Man sollte sich die Angaben des Herstellers sehr genau durchlesen und dann entscheiden, ob man einen Dauerbetrieb der Anlage mit dem Schukostecker riskiert.

6 Gedanken zu „Wieland Einspeisesteckdose – was muss man wissen“

  1. Was soll der Hinweis „… Schukostecker sollen eigentlich nicht ständig mit einer 16 Ampere Belastung arbeiten.“ ?
    Bei max 600 Watt Einspeiseleistung und 230 V Netzspannung fließen rund 2,5 Ampere – weitaus weniger als jeder chinesische Fön oder Wasserkocher zieht!

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      • Das kleine Balkonkraftwerk ist ein 600 Watt Generator. Der häusliche Stromkreis wird typischerweise mit 16 Amp abgesichert. Wenn es in diesem Stromkreis eine weitere Steckdose gibt und ein anderes Gerät den Stromkreis an die Überbelastungsgrenze führt müssten bereits 4280 Watt statt 3680 Watt fließen, damit die Überlastsicherung in den Auslösebereich kommt, denn die eingespeisten 600 Watt kommen nicht an der Sicherung vorbei (230V x 16 A = 3680 W + 600 W = 4280 W).
        Dann wäre es besser den Stromkreis mit einer 13 A Sicherung vor Überlastung zu schützen.

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  2. Der Netzbetreiber syna (Raum Frankfurt) aber auch andere wie z.B. Stadtwerke Pforzheim,
    akzeptieren Schukosteckerlösungen auch bei 600Wp nicht. Ihre Aussage, dass das zulässig sei, führt den Interessenten oder Käufer in der Praxis auf einen Irrweg, der ihn letztlich nicht kalkulierte fast 300 € kostet Daneben entstehen erhöhte Mietkosten für Smartzähler ( Vorsicht, nicht alle sind saldierend !) als „Einspeiser“ der nichts für seine Einspeisung erhält.

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    • Ja, teilweise stellen sich manche Stadtwerke queer. Allerdings haben die Stadtwerke offiziell gar kein Mitspracherecht. Man muss nur melden und nicht um Erlaubnis bitten.

      Die Smartmeter Pflicht ist seit einigen Monaten ausgesetzt. Hier reicht ein normaler Zähler. Mit etwas Druck auf die Stadtwerke ist der Tausch auch kostenlos.

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